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Ausstellungsansicht
Nasan Tur, Vergesse nicht den Duft der Pfefferminze, © Courtesy Nasan Tur, VG Bild-Kunst Bonn 2000
Jeppe Hein, I AM RIGHT HERE RIGHT NOW, 2018 / Photo credits: Studio Jeppe Hein; Jan Strempel / Courtesy KÖNIG GALERIE Berlin
Alicja Kwade, OOO (observed objects opportunities), 2019, Courtesy König Galerie Berlin
Marijke van Warmerdam, COUPLE IN THE DISTANCE, 2010, film still
Gabriela Oberkofler, Lebens(Linie), 2019, Aquarell auf Papier
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zeitlos. VOM WESEN DER ZEIT - Jeppe Hein, Alicja Kwade, Gabriela Oberkofler, Nasan Tur und Marijke van Warmerdam

Ort
Halle oben
Zeitraum
21.06.2020 - 30.08.2020

Tage und Wochen können im Flug vergehen, Momente sich gefühlt ewig dehnen – Zeit kann unterschiedlich wahrgenommen werden. Wir erfahren Zeit bewusst und unbewusst. Zeit ist die vom menschlichen Bewusstsein wahrgenommene Form der Veränderung, des Entstehens, Werdens, Fließens und Vergehens in der Welt. „Panta Rhei“, alles fließt, so Heraklit.

Welche Parameter entscheiden über unser Zeitempfinden? Wie wird es durch das alltägliche und gesellschaftliche Getriebe bestimmt und wie gehen wir mit einer Verlangsamung dessen um – mit einem Stillstand? Die Ausstellung „zeitlos. Vom Wesen der Zeit“ geht der Frage nach, wie wir Zeit erfahren und was die Zeit mit uns macht. Die Werke von Jeppe Hein, Alicja Kwade, Gabriela Oberkofler, Nasan Tur und Marijke van Warmerdam setzen sich auf unterschiedliche Weise mit den Aspekten Zeitlichkeit, Stillstand, Bewegung, Momenthaftigkeit, Vergänglichkeit und Endlichkeit auseinander.

Jeppe Hein versetzt den Betrachter mit den Worten I AM RIGHT HERE RIGHT NOW unmittelbar in das Hier und Jetzt, er lässt den Moment begreifen und ein reflektiertes Innehaltens kann einsetzen, die Zeit bleibt förmlich stehen. Alicja Kwade erforscht in ihren Arbeiten auf poetische Weise die Realität und stellt Fragen an die Wahrnehmung. Sie macht in ihren Installationen und skulpturalen Ensembles Vorgänge, Prinzipien und Strukturen sichtbar, die unser Leben bestimmen und stellt sie gleichzeitig in Frage – so ist die Uhr ein wiederkehrendes Motiv in ihren Werken. Schon im Titel der Fotografie „Vergiss nie den Duft der Pfefferminze“ rät Nasan Tur dazu, die Zeit durch das Moment des Erinnerns wachzuhalten.

Für Gabriela Oberkofler wird ein Blutstropfen in ihrer zeichnerischen und filmischen Arbeit „Lebens(linie)“ Kondensat für Zeitlichkeit und Transzendenz. In den Film-Installationen von Marijke van Warmerdam scheint die Zeit langsamer zu vergehen und ihrem gewohnten Lauf enthoben zu sein. In stillen und konzentrierten Sequenzen lenkt sie den Blick auf alltägliche Situationen und Dinge und verändert damit ihre Bedeutung und die Sehgewohnheiten des Betrachtenden. Die Künstlerin hält Momente und ihre Details fest, die eigentlich unbemerkt im Nebenbei ablaufen. Sie macht diese und die ihnen innewohnende Bedeutung, Erzählung, Schönheit und Poesie erst sichtbar. Das Ergebnis sind atmosphärische Bilder zwischen Traum und Realität, die das Sehen und Wahrnehmen anregen.

Wenn das Leben ereignislos wäre, die Zeit wie im Stillstand, ist es dann langsam und langatmig? Oder ist es im Gegensatz zum hektischen, ereigniserfüllten, sich an den Betrieb des Tages verlierenden Leben, nicht eher von einem erfüllten Leben zu sprechen? Dies zu entscheiden ist die Aufgabe, die die Ausstellung „zeitlos. Vom Wesen der Zeit“ den Besucher*innen auferlegt.