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Klaus Heider, Lichtzeichnung F2, Fotografie, 1980
Klaus Heider, Ausschnitt Scheinwelten, Universales Kosmisches Lichtbildarchiv 2000 - 2009
Klaus Heider, Imagination Intuition, Bleistift, Aquarell, ohne Jahr

Klaus Heider – Schloss Filseck - "Imagination und Intuition‟

Ort
Schloss Filseck
Zeitraum
26.09.2020 - 08.11.2020

Die Ausstellung Klaus Heider. Imagination und Intuition zeigt Zeichnungen, Gemälde, Fotografien Lichtobjekte und Künstlerbücher aus dem künstlerischen Nachlass von Klaus Heider (Göppingen 1936 – Stuttgart 2013) aus der Kunsthalle Göppingen.

Das kuratorische Konzept der Ausstellung legt bei der Auswahl der Werke ein besonderes Augenmerk auf Wendepunkte und Brüche innerhalb des Werks von Klaus Heider, die seine künstlerische Entwicklung geprägt und charakterisiert haben. Seine bewusste Entscheidung sich nicht einer stilistischen und thematischen Kontinuität zu verschreiben, sondern auf Experimentierfreude zu setzen, beschreibt Klaus Heider selbst (1977): „Was ich vermeiden möchte, ist stilistisch und inhaltlich festgelegt und katalogisiert zu werden, denn dadurch wäre mir ein großer Teil meiner Möglichkeiten genommen.“

Anhand des Werdegangs von Klaus Heider lässt sich sehr gut ab- lesen welche Auseinandersetzungen und Beschäftigungen wann und wie Niederschlag in seiner künstlerischen Arbeit gefunden haben. So geben die Jahre der Ausbildung an der Grafikschule in Stuttgart dem jungen Studierenden/Studenten die Gelegenheit verschiedenste künstlerische Techniken kennenzulernen. Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart bei Manfred Henninger und an der Hochschule für bildende Künste in Berlin bei Friedrich Stabenau findet Klaus Heider durch unentwegtes Experimentieren zunehmend seine künstlerische Eigenständigkeit. Mitte der 1960er Jahre kehrt er nach Bad Boll zurück und setzt sich mit neuen Themen und künstlerischen Techniken auseinander. Wichtige Orientierungspunkte waren in dieser Zeit für Klaus Heider die sogenannte „art informel“ von Antoni Tàpies, die ihren Niederschlag in den skripturalen Mauerbildern fand und wenig später die „Combine Paintings“ von Robert Rauschenberg, die sich in zahlreichen Collagen zeigt.

In den folgenden Jahren erhält Klaus Heider Künstler-Stipendien in Paris, Florenz und Rom. Er nimmt mit seiner Position am künstlerischen Diskurs seiner Zeit teil. Die zentralen Themen seiner Kunst werden ab den 70iger Jahren unter den Begriffen Raum – Licht – Zeit zusammengefasst und in den verschiedensten Medien und Materialien erforscht.
Eigene Motive sowie Linien, Kreise und Pyramiden halten Einzug in seine Kunst. Ab den 80iger und 90iger Jahren wächst in Klaus Heider das Interesse für das Verhältnis zwischen Kunst und Naturwissenschaft, aus diesem entsteht das Kosmische Lichtbildarchiv. Der Künstler stellt sich den existenziellen, philosophischen und universalistischen Fragen. Das Unvorstellbare wird sichtbar und in von Texten begleiteten Bildern dargestellt, indem Klaus Heider seine eigene Vorstellung der Wirklichkeit bildnerisch übersetzt. „Durch den gnädigen Filter der Täuschung können wir in der Wirklichkeit leben die wir für wirklich halten.“ (Zitat Heider) Die Kombination von Text-Bild in unterschiedlichen visuellen semiotischen Strukturen zeigt, wie der Künstler sich in seinen letzten Schaffensjahren immer mehr im Bereich der Konzeptkunst bewegt hat. Mit subtiler Ironie legt Klaus Heider Zusammenhänge zwischen bildnerischen Elementen dieser Kompositionen und den Wörtern in ihrer Form und Bedeutung dar – es entstehen assoziative Dynamiken in vielschichtigen Ebenen.
Der Betrachter wird mit ins Spiel genommen und Heider konfrontiert diesen mit universellen Themen zur Wahrnehmung der Welt und zur Relativität der Zeit, in der wir leben. Die Ausstellung Klaus Heider. Imagination und Intuition gibt nicht nur einen Überblick über das Gesamtwerk Klaus Heiders, sondern zeigt auch Techniken und Themen, die den Künstler in den verschiedenen Schaffensphasen inspiriert haben.