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Katharina Hohmann, O GEPPA, 2022 Foto: Shirleen Kühne (Harzkristall)
Katharina Hohmann, O GEPPA, 2022 Foto: Shirleen Kühne (Harzkristall)
Katharina Hohmann, O GEPPA, 2022 Foto: Shirleen Kühne (Harzkristall)

Katharina Hohmann - O GEPPA

Ort
Kunsthalle Göppingen
Zeitraum
23.09.2022 - 16.10.2022

In Göppingen ist Trinkwasser für alle Menschen öffentlich verfügbar. Das ortstypische, so genannte «Sauerwasser», dessen Kommerzialisierung vor ein paar Jahren eingestellt wurde, ist ein tatsächlich säuerlich schmeckendes Mineralwasser, das aus verschiedenen Trinkbrunnen, die über die Stadt verteilt sind, getrunken werden kann. Einst hielt man die beiden Hände zur Schale geformt unter sprudelnde Quellen oder Brunnen, später waren es Lederbeutel und Tonkrüge – die auch in Göppingen im 19. Jahrhundert noch als Wassergefäße dienten.

Dieser einfachen Geste des Wasser-Aufnehmens ist die O GEPPA gewidmet: Die Stadt Göppingen, die nach Geppo, einem alemannischen Fürsten, benannt ist, bekommt nun eine eigene Flasche. Das O steht für Wasser (frz.: Eau) oder für O!: «Ausruf der Freude, der Sehnsucht, des (Er-) Schreckens» (Wörterbuch).

Eine Woche lang habe ich mich in der Glasmanufaktur Harzkristall mit dem Prozess des Herstellens einer so schlichten wie kunstvollen Glasform beschäftigt. Entstanden sind grosse Tropfen, Glasblasen, funktionale Gefässe, die aber gleichzeitig Skulpturen sind. Die Glasbehälter laden dazu ein, in die Hände genommen, berührt, mit Wasser gefüllt, betrachtet und bestaunt zu werden. Die Form ist genauso wichtig wie der Inhalt. Das Sprudeln des Mineralwassers spiegelt sich z.B. in kleinen Bläschenstrukturen, die zum Teil (mit Mehlstaub oder Ornamentformen) ins Glas eingearbeitet wurden. Die Farbe Blau zeigt sich in Spuren, eingebrannt auf den Gefässen, als feine Reminiszenz an unsere Farbwahrnehmung von Wasser. Jedes Behältnis ist anders – die meisten aber stehen erst auf ihrer Standfläche, sobald Wasser eingefüllt wird.

Die transparenten, resistenten Glasbehälter mit einer Füllmenge von einem bis zu eineinhalb Litern, sollen Räume für das sichtbare und spürbare Festhalten von Wasser sein.

Die Gefäße sind als Multiples, als erschwingliche Skulpturen in einer (ersten) Auflage von 130 Stück konzipiert. An unterschiedlichen Standorten in Göppingen findet man nun, einen Monat lang, die O GEPPA: in Schaufenstern der Bahnhofsunterführung, in einer Vitrine im Städtischen Museum Storchen und im Schaufenster des Schirmgeschäfts Klingenstein. Dort werden, aus dem Fundus an Schirmstoffen, Tragebeutel eigens für die O GEPPA hergestellt. Einmalig, am 24.9., wird es auf dem Wochenmarkt einen Stand geben, der die O GEPPA als «Alltagsgegenstand» in Umlauf bringt.

Das Projekt „Katharina Hohmann. O GEPPA“ findet im Rahmen des Festivals der KulturRegion Stuttgart „ÜBER:MORGEN“ statt, an dem über 20 Kommunen teilnehmen.

In diesem Zeitraum kann O GEPPA in der Kunsthalle Göppingen erworben werden.
Die 130 Unikate wurden in der Glasmanufaktur Harzkristall hergestellt in Zusammenarbeit mit den Glasmachern Michael Mielitz und Christian Schmidt. Gefördert von der Gerhard Bürger Stiftung.