Halle unten

 

 

Konsumbibliothek

Demokratie

Kunstfreiheit

Konsumfreiheit

13.03.2020 - 02.08.2020

 

Stephanie Senge (*1972) ist „Konsumkünstlerin“. Ihr künstlerisches Anliegen ist es, ein Bewusstsein  für unser Konsumverhalten zu schaffen.

„ Es geht mir darum,  dass wir uns darüber bewusst werden, was wir tun, wenn wir einkaufen.
Nur so sind wir unseren eigenen Täuschungen und den Manipulationen anderer nicht ausgesetzt.“

(Zitat Stephanie Senge)

Seit über 20 Jahren kauft Stephanie Senge professionell ein. In ihrem Berliner Atelier hat sie eine große Sammlung von Konsumprodukten aus Supermärkten weltweit zusammengetragen. In Göppingen ist sie nun auf der Suche nach starken Konsumentinnen und Konsumenten, die sie beim „öffentlichen Einkaufen“ unterstützen. Für die Kunsthalle Göppingen wird Stephanie Senge eine „Konsumbibliothek“ installieren - im Zentrum der Ausstellung in der „Halle unten“ steht ein Regal, das sich im Laufe der Ausstellung mit Konsumprodukten füllen wird. Auf den Verpackungen wird mit den Begriffen Seele, Energie, Erfolg, Frauen, Freiheit oder Solidarität geworben. Nach diesen Themen kauft Stephanie Senge die Waren ein und sortiert sie in entsprechende Kategorien und lädt die Göppinger Bürger*innen ein mit ihr gemeinsam Einzukaufen.    
                                                                                                    

Stephanie Senge zeigt in der Kunsthalle Göppingen zum ersten Mal mehrere Gipsfiguren „die starken Konsumentinnen“. Sie sind inspiriert von den Suffragetten, jener Zusammenschluss von Frauenrechtlerinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts in USA und Großbritannien für das Wahlrecht der Frauen kämpften.  Im bildhauerischen Prozess werden Gipse meist in einer Zwischenstufe zwischen Tonmodell und dem Guss in Bronze eingesetzt. Danach haben sie meist ihre Funktion erfüllt.  Bei Stephanie Senge, die Bildhauerei bei Prof. Olaf Metzel an Akademie der Bildenden Künste in München studierte, steht der provisorische, handgemachte Charakter des Materials in Kontrast zu der perfekten Massenware. „Die starken Konsumentinnen“ sind Teil der Konsumbibliothek, sie flankieren diese wie es bei  mittelalterlichen Flügelaltären der Fall ist, bei denen der Schrein von Skulpturen begleitet wurde.

Teil der Ausstellung sind rechteckige Holzkästen, die beispielsweise den Titel „Seidenki-Hataki Moribana“ tragen. Stephanie Senge arrangiert in ihnen Alltagsgegenstände wie Staubwedel, Toilettenbürsten, Gummihandschuhe und Sägen zu Ikebana-Gestecken. Die japanische Blumensteckkunst hat die Künstlerin in Tokio erlernt und ihren eigenen „Ike-100-Yen-Shop“- Ikebanastil entwickelt. Sie schenkt, statt wie in traditionell üblicher Form Blumen, Konsumgütern und Alltagsgegenständen Beachtung. Für Stephanie Senge ist diese Art von Ikebana eine Form von „Wertschätzungsstrategie“.

Der Ausstellungsflyer ist gleichzeitig ein Manifest: Ein Aufruf zum musealen Einkaufen, als Distanzübung zu unseren Begierden und Wünschen, Einkaufen als Gesellschaftsanalyse (Zitat Stephanie Senge).

Die Künstlerin Stephanie Senge möchte kein Urteil in einer moralischen Debatte fällen, sie lädt vielmehr die  Besucher*innen und Konsument*innen ein, sich zu fragen, welche Dinge für uns wirklich wichtig sind und welche nicht.

Die Ausstellung dient als Think Tank und Treffpunkt für Konsumgespräche, Konsumgedanken und Konsumideen. Die Künstlerin wird mit zahlreichen Aktionen in Supermärkten, am Göppinger Wochenmarkt aus dem Museum auf die Straße gehen. (siehe Highlights Rahmenprogramm).

 

Highlights des umfangreichen Rahmenprogramms / Begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung:

Symposium am Mittwoch, 01.04.2020 14:00 – 18:00 Uhr Titel: Kunstfreiheit! Warum? Woher? Wohin? Mit Prof. Dr. Bazon Brock, Prof. Dr. Wolfgang Ullrich und Stephanie Senge; Kunsthalle Göppingen.

Öffentliches Einkaufen und Supermarktführung am Dienstag, 05.05.20 18:00 bis 19:30 mit Matthias Füchtner, Vorstand Konsumgenossenschaft Göppingen eG; Staufer Markthalle.

Aktion während des Wochenmarktes mit Stephanie Senge am Samstag, 09.05.20 von 10:00 bis 13:00 Uhr, Schillerplatz, Göppingen.

 

 

 

 

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