| Refugium Kunst

Unter dem Motto Refugium Kunst trafen sich ein Jahr lang Jugendliche mit Flucht-, Migrations-, oder Sehnsuchtserfahrung mit KünstlerInnen und Kunstvermittlerinnen in der Kunsthalle Göppingen.

So trafen sich während eines Workshops mit der Fotografin Veronika Schneider über drei Monate hinweg 11 Jugendliche in der Kunsthalle Göppingen um gemeinsam eine neue Sprache zu entdecken: Die Fotografie. Mit großer Geduld und Spannung auf das erste Bild bauten sie Lochkameras und entwickelten ihre Fotos in der Dunkelkammer.

Während die weltweit bedeutendste Ausstellungsreihe documenta 14 gerade in Athen und Kassel den Perspektivwechsel, den Migrations- und Fluchtbewegungen in der Welt auslösen, zum Angelpunkt künstlerischer Auseinandersetzung macht, findet in Göppingen dieser Perspektivwechsel im Kleinen statt. Die Perspektive der Jugendlichen auf ihre Welt im Wandel soll hier fotografisch und filmisch festgehalten werden. Durch die Unterstützung von Profis lernen sie, sich künstlerische Mittel anzueignen und ihre eigene Geschichte zu erzählen. Erstaunlich ruhig und bedacht ist die Atmosphäre der entstandenen Arbeiten und tief empfunden die Gewissheit über die Bedeutung des einzelnen Bildes, seines Ausschnittes und die damit verbundene Aussagekraft.

Über künstlerische Fragen kommt die Gruppe wie von selbst auf  ganz persönliche. Was ist ein Negativ und was ein Positiv? Was sind Kontraste oder wie funktioniert eine Blende? Die Fotografie wird Teil eines dialogischen Prozesses, in dem ein Wort des anderen zum nächsten Bild inspiriert.

Das Projekt wurde von Demokratie Leben! gefördert.

Göppingen, im Juni 2017

zwei Beispiele der Bilder
Foto, im Workshop angefertigt
Foto, im Workshop angefertigt