Schloss Filseck

KONKRETE KUNST - DIE AUTONOME FORM

01.02.2019 - 24.03.2019

Die Bilder der Konstruktiv Konkreten Kunst sind auf unmittelbares Erleben ausgerichtet. Man braucht kein Vorwissen, man kann alles sehen: die Formen, in der Regel ausgehend von den Grundformen der Geometrie: Quadrat und Kreis. Mit den Strukturen der Geometrie sehen, verstehen und konstruieren wir die Welt. Zusammen mit den Linien und den Formen spielen die Farben eine zentrale Rolle. Eines steht fest: Konkrete Kunst will nicht die Welt abbilden, sondern eine konkrete künstlerische Sprache entwickeln mit eigenen Inhalten.

In der einzigen Ausgabe der Zeitschrift gleichen Namens erschien im April 1930 das Manifest der konkreten Kunst, das die Grundlagen der neuen Bewegung festlegte. Theo van Doesburg, unter dem Einfluss von Piet Mondrian und der Gruppe de Stijl, bezeichnete die konkrete Kunst als „vollständig konzipiert“. Es ging und geht bis heute um „absolute Klarheit“, ohne jeglichen subjektiven Ausdruck. Konstruktiv konkrete Kunst sucht und findet eine Form der Darstellung der universalen Dimension, die alle Gefühle und symbolische, bildhafte Elemente außen vor lässt. Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit keinem anderen Sinn, als ihre eigene Realität zu erreichen. Geometrische Formen bilden die Grundlage, die Strukturen sind mit geometrisch-mathematischer Logik entwickelt. Die Grundfarben Rot, Blau und Gelb bilden den Ausgangspunkt.

In den frühen 1930er Jahren bildet sich die Gruppe der „Züricher Konkreten“ (Anton Stankowski, Max Bill, Richard Paul Lohse, Camille Graeser, Verena Loewensberg u.a.). Ihre von absoluter Rationalität geprägten Kompositionen verwenden die geometrischen Grundformen, die primären und Farben, klar definierte Strukturen. Linie, Fläche, Farbe – nichts ist konkreter und ohne symbolische Hintergedanken und Bedeutungen in dieser Kunst. Daraus lassen sich vielfältige Kompositionen schaffen, in Serien variieren, und manchmal gewinnt neben aller geometrischen Konsequenz der Humor die Überhand, wenn sich kleine Quadrate aus größeren unvermittelt selbstständig machen.

In Stuttgart gab es mit Anton Stankowski, Karl Duschek, Horst Kuhnert, Otto H. Hajek und anderen eine starke Szene konstruktiv konkreter Kunst.

Der Begriff der konstruktiv konkreten Kunst ist historisch geworden. Die Künstlerinnen und Künstler haben sich weiterentwickelt und neue Richtungen mit anderen Namen gebildet.  Mit Karl Georg Pfahler und Otto H. Hajek wurde die Hard Edge Malerei weltberühmt. In Amerika wird die Minimal Art zum radikalen Konzept. Gleichwohl sind die grundlegenden Prinzipien der konkreten Kunst immer noch wesentlich, wenn es um die Grundlagen der Kunst geht, die nur sich selbst verpflichtet ist.

Die allermeisten Kunstwerke dieser Ausstellung stammen aus der Kunstsammlung in der Kunsthalle Göppingen. Es gibt auch  „Gäste“ aus Künstlerateliers und aus öffentlichen und privaten Sammlungen, die zur Vielfalt der Kunstdebatte beitragen.

 

 

Termine |
Veranstaltungen

Eröffnung / TANZ. BEWEGUNG. GESTE. BILD.

20.01.2019 18:00 Uhr

Kunsthalle Göppingen

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Öffentliche Mittwochsführung

23.01.2019 18:00 Uhr

Kunsthalle Göppingen

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FÜHRUNG FÜR LEHRER/INNEN UND ERZIEHER/INNEN

24.01.2019 17:00 Uhr

Kunsthalle Göppingen

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Malzeit

26.01.2019 11:00 Uhr

Kunsthalle Göppingen

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